Risikokosten: Berechnung

Risikokosten für Todesfallschutz oder Berufsunfähigkeit sind bei der Berechnung der Rückabwicklung von Lebensversicherungen abzuziehen. Diese Kosten sind der Versicherung entstanden, denn der Schutz war vorhanden.

 

Die Risikokosten für den Todesfallschutz berechnen wir, indem wir

  • das bestehende Risiko als Differenz aus Todesfallsumme und vorhandenem Deckungsstock ermitteln und
  • es mit der einjährigen Sterbewahrscheinlichkeit der versicherten Person multiplizieren.

Der Deckungsstock (bei Fondspolicen das Fondsvermögen) steht dem Versicherungsnehmer ohnehin zu und ist bei der Versicherung vorhanden, so dass nur der darüber hinaus gehende Anteil der Todesfallsumme von der Versicherung im Todesfall zugeschossen werden muss. Nur dieser Anteil stellt damit ein Risiko dar.
Für jedes Jahr wird das bestehende Risiko solchermaßen berechnet. Die einjährige Sterbewahrscheinlichkeit wird der Sterbetafel DAV1994T abhängig von Alter und Geschlecht der versicherten Person entnommen.
Die häufige Variante der Rückerstattung der gezahlten Beiträge im Todesfall ist mit dieser Art der Berechnung ebenfalls abgedeckt. Die Todesfallsumme entspricht in dem Fall jeweils der Summe der bis zu dem Zeitpunkt geleisteten Beiträge. Entsprechend werden die Risikokosten berechnet.

Die Risikokosten für verbundene Leben werden ggf. aus den Sterbewahrscheinlichkeiten beider versicherter Personen unter Abzug der Wahrscheinlichkeit für den Tod beider berechnet.

 

Für die Risikokosten bei bestehender Berufsunfähigkeitsschutz wird

  • das bestehende Risiko als Barwert der Summe der ggf. zu leistenden Zahlungen der Versicherung berechnet und
  • mit der einjährigen Wahrscheinlichkeit für Eintritt von Invalidität multipliziert.

Zur Berechnung des Barwerts der bei Berufsunfähigkeit zu leistenden Zahlungen werden alle kommenden Rentenzahlungen jeweils auf den Zeitpunkt der Berechnung der Risikokosten abgezinst. Als Zinssatz wird der Höchstrechnungszins verwendet. Die Abzinsung erfolgt, da die Versicherung erst später zu leistende Rentenzahlungen bis dorthin noch verzinsen kann und daher nur einen geringeren Betrag zurückstellen muss.
Anders als beim Todesfallschutz wird der Deckungsstock nicht in die Leistung mit einbezogen und reduziert daher das Risiko nicht.
Die Wahrscheinlichkeit für Invalidität entnehmen wir der Invaliditätstafel DAV1997I.
Für die häufige Variante der Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit sind die künftigen Beiträge die Rentenzahlungen. Bei bestehender Beitragsdynamik wird diese eingerechnet.